Gewalt in Familien

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Laut zuverlässigen Schätzungen erfährt jede dritte erwachsene Frau Gewalt von ihrem Ehemann, Partner, Vater oder auch Sohn. Die Hälfte aller Frauen berichten, dass sie in ihren bisherigen Partnerschaften bereits mehrmals Gewalt erfahren haben.

Die Familie ist der Ort, an dem Frauen und Kinder am stärksten um ihre körperliche Unversehrtheit fürchten müssen. Gewalt kann sich auf alle Familienmitglieder beziehen. In der Regel sind es Frauen und immer auch die im Haushalt mit lebenden minderjährigen Kinder, die von seelischer, körperlicher und/oder sexueller Gewalt betroffen sind; fast immer sind die Täter Männer.

Gewalttaten finden überwiegend im Verborgenen statt; Traumata und Ängste der Frauen und Kinder sowie Täterstrategien verhindern das Aufdecken und das Anzeigen der Taten. Viele Opfer fühlen sich schuldig oder schämen sich dafür, was ihnen widerfahren ist.

Die Vielzahl der gesundheitlichen und sozialen Folgen von häuslicher Gewalt reicht von verschiedensten körperlichen Verletzungen, über längerfristige gesundheitliche Probleme bis hin zu psychischen und sozialen Folgen/Beeinträchtigungen wie Beziehungs- und Kommunikationsstörungen bis hin zu Umzug oder Arbeitsplatzwechsel.

Notwendig sind Informationen über eigene Rechte und Handlungsmöglichkeiten, Beratung und Entwicklung von individuell angepassten Sicherheitsstrategien, Krisenintervention, emotionale Stabilisierung und Ermutigung, umfassende und gezielte Beratung in sozialen, finanziellen, rechtlichen, pädagogischen und psychologischen Fragen. Häufig sind auch Begleitung der Betroffenen bei Behördengängen, bei der Durchsetzung ihrer Rechte und schließlich eine individuelle Hilfekoordinierung notwendig.

Das seit 01.01.2002 geltende Gewaltschutzgesetz gibt Frauen bessere Möglichkeiten, sich gegen gewalttätige Ehemänner/Partner zur Wehr zu setzen.

Es gibt zwei Schutzanordnungen, die die Polizei bei einem Einsatz direkt aussprechen kann bzw. für die dann bei Gericht ein Antrag gestellt werden kann:

1. Wegweisung bzw. Platzverweis durch die Polizei, d.h. dem Täter wird für eine bestimmte Zeit das Betreten der gemeinsamen Wohnung untersagt.

2. Kontakt- und Näherungsverbot, das dem Täter nicht nur die persönliche sondern auch telefonische, Fax-, SMS und E-Mail Kontaktaufnahme verbietet.

Ein Antrag auf Wohnungsüberlassung sowie ein längeres Kontaktverbot kann im Eilverfahren als einstweilige Anordnung direkt/persönlich bei der Rechtsantragsstelle des Amtsgerichtes Bamberg oder über eine Rechtsanwältin gestellt werden. Bei geringem Einkommen kann Verfahrenskostenhilfe beantragt werden.

Informationen und Beratung erhalten Sie bei nachfolgenden Stellen:

Frauenhaus Bamberg

Postfach 110 127, 96029 Bamberg
rund um die Uhr: Tel. 0951 58280
Fax 0951 500405
Email

Das Frauenhaus bietet:

  • Schutz und Sicherheit, Anonymität
  • Vorübergehende Wohnmöglichkeit
  • Distanz zum Misshandler
  • Information, Beratung und Unterstützung in allen Belangen, sei es rechtlich, psychosozial, medizinisch, finanziell,
    bei der Bearbeitung der Gewalterfahrung, bei der Gestaltung neuer Lebensperspektiven usw.
  • Solidarität und Unterstützung von Frauen für Frauen

Eine Aufnahme ist rund um die Uhr möglich, sie ist unbürokratisch und unabhängig von Einkommen, Nationalität und
Religion. Kurzinformationen erhalten Sie am Telefon, ein persönliches Gespräch nach Vereinbarung.


Notruf bei sexualisierter Gewalt

Heiliggrabstraße 14, 96052 Bamberg
Tel. 0951 98687-30
Email
Persönliche Sprechzeiten:
Dienstag 9:00 – 11:00 Uhr
Donnerstag 9:00 – 11:00 Uhr und 16:00 – 18:00 Uhr
oder nach telefonischer Vereinbarung
Ansonsten Anrufbeantworter und Rückrufmöglichkeit!

Die Beratungsstelle Notruf bei sexualisierter Gewalt bietet für Betroffene, Angehörige und Fachleute telefonische Kurzberatungen
und persönliche Beratungsgespräche. Sie unterstützt bei der Suche nach Therapeutinnen oder Anwältinnen. Die Mitarbeiterinnen
begleiten bei Bedarf zu ärztlichen Untersuchungen sowie zu möglichen Prozessen und zu Ämtern.


Polizeiinspektionen der Stadt Bamberg und des Landkreises Bamberg

Schildstraße 21, 96050 Bamberg
Tel. 0951 91290
Beauftragte der Polizei für Frauen und Kinder
Frau Steinbach, Tel. 0951 9129-480
Email
Sachbearbeiterin bei Häuslicher Gewalt der PI Stadt Bamberg
Frau Günther, Tel. 0951 9129-207
Fax 0951 9129-204
Email
Sachbearbeiter bei Häuslicher Gewalt der PI des Landkreises Bamberg
Frau Dönnhöfer, Tel. 0951 9129-340
Email

pro familia e.V.
Beratungsstelle für Ehe, Familie, Partnerschaft und Sexualität
Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen
Willy-Lessing-Straße 16, 96047 Bamberg
Tel. 0951 133900
Fax 0951 1339029
Email
Link

Weisser Ring e. V.
Aussenstelle Bamberg
Hans und Maria Schuster
Tel. 09505 339035
Email

Bundesweites Opfertelefon „Weißer Ring“
Tel. 116006
täglich 7.00 - 22.00 Uhr
Link

MoBaM (Mobile Betreuung am Menschen GmbH)

Bamberger Straße 8, 96049 Bamberg
Tel. 0951 2975500
Email
„Gegen Gewalt in der Familie“ heißt ein Trainingsprogramm für Männer des Projektes
MOBAM (Mobile Betreuung am Menschen). Dieses hat das Ziel, dass Männer lernen,
Beziehungskonflikte und Krisen wahrzunehmen, gewaltfreie Lösungswege zu finden und einzuüben.
Auf diese Weise soll nachhaltig zum Schutz von Frauen und Kindern beigetragen werden.

Weitere Ansprechpartner sind auch die beiden Jugendämter von Stadt und Landkreis Bamberg,
die Mitglied im Arbeitskreis „Sexueller Missbrauch von Kindern“ sind und eine Broschüre erstellt haben.

⇒ Infos und Lesetipps:

  • „Wege aus der Gewalt – So schützen Sie Ihr Kind vor Gewalt“, hrsg. von der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes
  • „Handeln statt Schweigen“, hrsg. Vom Bayer. Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen
  • Mehr Schutz bei häuslicher Gewalt. Informationen zum Gewaltschutzgesetz, hrsg. Vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend